Donnas Schreibprojekt: Ein Start – viele Stories
Hier mein Beitrag zu Donnas Schreibprojekt in der SCHREIBWERKSTATT im Mai 2010
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http://www.donnaschreibt.com/2010/05/alle-beitrage/
Perfekt!
Alles lief wie am Schnürchen …
…Der lang ersehnte Kurz-Urlaub war in erreichbare Nähe gerückt.
Endlich war es beiden möglich, sich 2 kurze Tage frei zu nehmen.
Ganz frei waren sie nicht, einer der Beiden hatte einige geschäftliche Termine zu erledigen.
Aber danach würde endlich die ersehnte Zweisamkeit zu genießen sein.
Und da war auch schon die erste Störung, der erste Knoten im Schnürchen …
Ihm war es offensichtlich nicht möglich, die gemeinsamen Stunden zu genießen, bevor alles Geschäftliche unter Dach und Fach war.
Während der stundenlange Anreise, in der intimen Atmosphäre im Auto, wären endlich lange, ungestörte Gespräche möglich gewesen.
Sie hatten sich immer so viel zu erzählen, sie kamen vom Hundersten ins Tausendste – doch normalerweise war es meist nur am Telefon möglich, länger zu reden. Und auch da meist nur mit lästigen Unterbrechungen.
Beide waren sehr belesen, hatten ein umfangreiches Allgemeinwissen und waren an vielem interessiert. Da gab es natürlich unendlich viel zu reden.
Jedoch – beim Fahren mußte er sich sehr konzentrieren, konnte nicht links und rechts schauen (für sie war es selbstverständlich, daß sie auch alles am Fahrbahnrand und darüber hinaus wahrnahm).
Er wollte zudem möglichst schnell von A nach B kommen …
Daß das keine entspannte Fahrt war, ist der geschätzten Leserin mittlerweile wohl klar.
Unterwegs gab es eine wunderschöne Burg, die beide besichtigen wollten.
Beim Aufstieg – Burgen sind ja meist oben – ging ihr schon etwas die Luft aus, ob des Tempos, das er vorlegte. Als ob ihm jemand auf den Fersen wäre, so lief er dahin. Sie konnte kaum Schritt halten.
Und das sollte Nähe sein?
Nach dem eiligen Durchlauf durch die zu besichtigenden Räume der Burg ging es schnell bergab.
Ein Termin war noch zu absolvieren. Es war noch genug Zeit, aber Unruhe breitete sich aus.
Danach war ein entspannter, endlich gemeinsamer Abend zu erwarten.
Das reservierte Zimmer wurde bezogen, es war sehr schön und gemütlich.
Ach, es würde ein wunderschöner Abend werden. Von der gemeinsamen Nacht gar nicht zu sprechen.
Endlich Zeit füreinander, endlich die Nähe, für die sonst nur kurze Stunden reichen mußten.
Die gemeinsame Dusche war sehr erfrischend nach dem langen Tag.
Danach sanken sie müde in die weichen Kissen. Müde? Heute? Das war ja schade.
Dadurch fiel die folgende Aktion auch nur relativ unspektakulär und kurz aus.
Und dann schlief er auch schon.
Hallo – ist da wer im falschen Film gelandet??? Offensichtlich.
Na ja, nicht so schlimm, morgen ist ja auch noch ein Tag.
Mit diesem Gedanken, und der Vorfreude auf einen erotischen Morgen, auf ein prickelndes Erwachen schlief sie nach längerer Zeit ein.
Als sie erwachte, war er schon fertig angezogen. Und in Abfahrbereitschaft.
Kuscheln? Erotik? Doch nicht jetzt, das ermüdet doch, das macht fertig, danach kann er doch die lange Fahrt nicht schaffen.
Kurz frühstücken, dann wieder ins Auto. Der nächste – und letzte – Geschäftstermin stand an.
Da war wieder die – der Leserin schon bekannte – Unruhe.
Na ja, kann man nichts machen. Aber danach – danach würde es endlich entspannt und fröhlich und schön sein!
Was denkt die geneigte Leserin?
Ja, richtig gedacht, jetzt war ja die lange Fahrt, der die Konzentration galt.
Wehmütige Gedanken, wie schön es hätte sein können, das imaginäre Schnürchen mit den vielen Knoten…
Um mit Wilhelm Busch zu sprechen: Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.
Perfekt!
Alles lief wie am Schnürchen …
… Schnürchen, Schnur, Perlenschnur …
Ja, das Leben war wie eine Perlenschnur, jede Perle perfekt für sich.
Die Rundung, der Glanz, die Farbe …
HALT!
Beim genaueren Hinschauen erschließt sich dem Betrachter so einiges:
Nicht ganz rund, matte Stellen, ver-färbt …
OJE – also alles Andre als perfekt!
Aber – perfekt ist doch eh fad!
Die Ungleichmäßigkeit ist doch das Schöne!
Erfreut das Auge und die Sinne!

Eine Alltagsgeschichte…? So oder so ähnlich werden sicherlich schon viele Erwartungen still zu Grabe getragen worden sein.
Irgendwie hat es mich etwas traurig gemacht… wünsche ich niemanden so eine Partnerschaft.
Liebe Grüße, Petra
Ja, wünsche ich auch niemandem!
“still zu Grabe getragen” – wunderbar formuliert …
Das, was du schon selbst am Ende der Geschichte schriebst, lag mir die ganze Zeit auf den Lippen: “Erstens kommt es anders …”
Spätestens nach zwei solcher Erfahrungen würde ich auf ein WE mit so einem Hetzer verzichten.
Liebe Grüße, Clara
Danke!
Sehr einfühlsam
Ja, ewig geht sowas nicht!
Bei dem Kerl muss mal einer die Glocke läuten.
Sonst wacht der nie auf.
Warum sind sie wohl zusammen weg gefahren?
Weil er ne Deko auf dem Beifahrersitz braucht?
Schöne, aber leider allzu reale Geschichte = Szenen einer Ehe.
Ob das helfen würde?
Manche wachen wohl nie auf …
Danke!
Da warenn wirklich einige Knoten im Schnürchen über die es sich nachzudenken lohnt. Ist da Liebe in der Schnurrr ? “Beim genaueren Hinschauen erschließt sich dem Betrachter so einiges: Nicht ganz rund, matte Stellen, ver-färbt … OJE – also alles Andre als perfekt! Aber – perfekt ist doch eh fad! Die Ungleichmäßigkeit ist doch das Schöne! Erfreut das Auge und die Sinne!”
Keiner MUSS PERFEKT sein, und m.E. ist “Ungleichmäßigkeit” gerade in einer Partnerschaft SCHÖN. Doch es sollten nicht nur das Auge und die Sinne “erfreut” und mit LIEBE erfüllt werden, sondern auch das HERZ und die SEELE.
Von Herzen
Doris
Danke!
Vor allem das Herz und die Seele!
Ach je..ein workaholic…..
Träume sterben bevor sie geträumt wurden und Alltagsstress macht alles zunichte.
Irgendwann wird es zu spät sein das versäumte alles aufzuholen
Eine Geschichte die wachrüttelt und dem Leser/in zeigt,
das manchmal alles ein bisschen anders aussieht als es scheint.
gelungener Beitrag
Sterntalerchen
Danke!
Ja, mehr Schein als Sein – leider öfter als man denkt …
Eine interessante Geschichte von enttäuschten Erwartungen, von Menschen, an denen das wirkliche Leben vorbei rauscht, verpasste Gelegenheiten. Und so geschieht es wahrscheinlich tausendfach jeden Tag.
Ja, ziemlich wahrscheinlich ist es so!
Und oft gibt es möglicherweise nicht einmal mehr Erwartungen …
Zwei kurze Tage – und so viel Enttäuschung!
Ich sehe da wenig Liebe und Einfühlung.
Diese ganze Misere hast du wirklich gut dargestellt.
Danke für diese Momentaufnahmen, die sehr aussagekräftig sind!
Liebe Grüße ins Wochenende hinein – Donna
Danke!
Gut, daß Momente vorübergehen!
Eine Geschichte wie aus dem Leben . . .
Ich finde sie gut, weil sie auch zum Nachdenken anregt.
Liebe Grüße von: Beate
Danke!
So vieles scheint nach außen anders, als es innen ist …
Oft ist ein Blick hinter die Fassade sehr ent – täuschend …
Was ist das denn für ein Mensch!?!
Nach einer gemeinsamen Dusche wird doch der müdeste Mann wieder munter
Seine Ignoranz ist ja von Dauer – während der (von ihr offensichtlich lang ersehnten) Fahrt, am Abend und am nächsten Tag, bevor für sie der Morgen überhaupt begonnen hat. Einfühlungsvermögen oder gar Liebe kann man das nicht nennen. Das sind auch keine Momente, die vorübergehen. Bei diesem Mann würde ich sagen: It’s not a bug. It’s a feature !!!
Also liebe Eva, sag deiner Protagonistin,
sie soll den Typ zum Teufel jagen!
Liebe Grüße
Jorge D.R.
Danke, lieber Jorge, besonders für Deine Gedanken aus männlicher Sicht!
Ja, ich werd es ihr sagen!
Vielleicht gibt’s eine Fortsetzung …
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Bei Dir kann ich nicht kommentieren, also hier:
Super Geschichte, vor allem das Ende! *hihi*
Ob es mit Deinem Protagonisten einfacher wär? …
Wohl oft genug Realität!
Die Geschichte überzeugt durch knackige Bilder (z.B. der Burgaufstieg)
… auch wenn der Bezug zur LeserIN natürlich etwas eingrenzt…
Danke!
Irgendwie ging mir Dein Beitrag “durch die Lappen” …
Aber heute fiel er mir wieder ein.
Na ja, das mit der “LeserIN” war mal ein Versuch
Ich war mal eine Verfechterin des “IN”= LeserInnen …
aber das ist einfach öd.
Die Sprache ist gewachsen, und bei unsrer ist es eben so.
Gut daß es nicht noch schimmer ist
Wenn ein Mann dabei ist, alles männlich.
Mittlerweile bin ich wieder bei der “normalen” Sprache gelandet.
Ich bin eine Frau, und ob ich jetzt “IN” schreibe oder nicht, es ändert nichts, es bestärkt nichts.
Emanzipation hin und her, alles hat seine guten und schlechten Seiten.
Wir sind nun mal verschieden, daran werden – und wollen – wir nichts ändern.
Ach ja, außerdem lesen ja hauptsächlich Frauen, also trug ich dem auch mal Rechnung
Ich würde auch dazu tendieren, der Person zu empfehlen, den ach so konzentrierten Herrn zum Teufel zu jagen.
Schön finde ich die vielen Bilder, die Du malst, man spürt förmlich die wachsende Resignation und Enttäuschung.
Wirklich schade, es hätte echt so wunderschön sein können, wenn der Mensch da nicht so viel Knoten reingeknotet hätte.
Bin gespannt auf eine Fortsetzung, hoffentlich lässt sie ihn dann mal stehen, wenn er wieder so ignorant ist
Danke für Deine Worte!
Bin auch gespannt auf die Fortsetzung